„Storie Alfa Romeo“ – Episode Sieben: Alfa Romeo Tipo 33 Stradale und Alfa Romeo Carabo, die ungleichen Zwillinge

Erschaffen auf der gleichen Plattform

Der Alfa Romeo Tipo 33 Stradale und der Carabo könnten unterschiedlicher nicht sein: Der eine zeigt Muskeln und Sehnen wie ein Athlet. Der andere besteht fast nur aus geraden Kanten und scharfen Winkeln. Die gemeinsame Plattform ist die Synthese aus 50 Jahren Erfahrung von Alfa Romeo im Rennsport. Sie ist das Ergebnis inspirierter und genauer Planung, von Fachwissen und Mut bei der Auswahl der Materialien. Das Design des Tipo 33 Stradale kombiniert technologische Innovation mit Kreativität.

 

Für den Wettbewerb bereit

1964 entschied Giuseppe Luraghi die offizielle Rückkehr der Marke in den Rennsport. Luraghi beauftrage das Team mit der Entwicklung eines Rennwagens, der in zwei zu dieser Zeit äußerst populären Kategorien – der Sportwagen-Weltmeisterschaft und Bergrennen – um Erfolge und Medienaufmerksamkeit fahren sollte. Noch 1964 begannen die Arbeiten am Projekt Tipo 33. Das Bergrennen in Fléron markierte den Beginn einer Erfolgsgeschichte für den Tipo 33, der im Gewinn der Marken-Weltmeisterschaften 1975 und 1977 durch Alfa Romeo gipfelte. Diese Siege machten den Tipo 33 zu einem der erfolgreichsten Rennwagen seiner Ära.

 

Der Alfa Romeo Tipo 33 Stradale

Die Erfolge des Tipo 33 auf der Rennstrecke ermunterten Alfa Romeo, eine in sehr kleinen Stückzahlen zu produzierende Straßenvariante zu entwickeln. Die Aufgabe, den sportlichen Charakter des Rennwagens auf den „Stradale“ zu übertragen, wurde Franco Scaglione anvertraut. Scaglione steckte sein gesamtes technisches Know-how und seinen kreativen Mut in das Design des Tipo 33 Stradale. Das Ergebnis war ein Meisterwerk, bei dem stilistische Innovation mit dem Streben nach optimaler Aerodynamik und Funktionalität verschmolzen. Beim Marktstart war der Alfa Romeo Tipo 33 Stradale der teuerste Sportwagen. Er kostete damals fast 10 Millionen italienische Lire, die wichtigsten Konkurrenten dagegen nur sechs bis sieben Millionen. Nur zwölf Exemplare des Tipo 33 Stradale mit der von Scaglione entworfenen Karosserie wurden gebaut. Trotz des hohen Preises hatten die Käufer die Investition ihres Lebens getätigt: Der Alfa Romeo Tipo 33 Stradale ist heute praktisch unbezahlbar.

 

Das Konzeptfahrzeug Carabo

Das Streben nach einzigartigem Stil führte Alfa Romeo aber auch in völlig andere Richtungen. Der Pariser Autosalon 1968 sah die Premiere eines Traumautos. Das Konzeptfahrzeug Carabo war ein frühes Meisterwerk von Bertone-Designer Marcello Gandini, zu diesem Zeitpunkt erst 30 Jahre alt. Der Carabo basierte auf der Mechanik des Tipo 33 Stradale: In der Höhe ähnlich, aber die geschwungenen Linien waren vollständig verschwunden. Alles am Carabo war scharfkantig, von der Keilform bis zu den Scherentüren. Der Name Carabo war vom Goldlaufkäfer (Carabus auratus) inspiriert, denn Gandini hatte das Showcar in dessen Farbe lackieren lassen: ein schillerndes Grün mit orangefarbenen Details.  Der Carabo bildete den Startpunkt für die Strategie von Alfa Romeo, extravaganten Farben und speziellen Lackiertechniken besondere Aufmerksamkeit zu schenken, um die Einzigartigkeit der Marke noch stärker hervorzuheben.