„STORIE ALFA ROMEO“ – EPISODE SECHS:
DER IKONISCHE ALFA ROMEO 1600 SPIDER
„DUETTO“ EROBERT HOLLYWOOD

Der „Duetto“ – ein echter Hollywood-Star

„Es ist ein sehr angenehm zu fahrendes Auto. Sehr schön obendrein.“ Dieses Urteil kam von Steve McQueen im Sommer 1966. Mit seinem knappen Kommentar fasste McQueen die Essenz des neuen Roadsters „Duetto“ und die Einzigartigkeit von Alfa Romeo zusammen: Fahrspaß und pure Schönheit. Zwei Jahre nach McQueen fuhr der noch junge Dustin Hoffman einen Alfa Romeo Spider zur Musik von Simon & Garfunkel im Kinohit „The Graduate“ (Die Reifeprüfung, 1967) über die Leinwand. Es entstanden ikonische Szenen, die in die Filmgeschichte eingingen. Szenen, die anschließend in unzähligen Filmen zitiert wurden und den „Duetto“ zu einem Kult-Automobil machten.

 

„Eine schöne junge Dame“

Hoffman überzeugte die Alfa Romeo Ingenieure Francesco Quaroni und Rudolf Hruska, und das Projekt Alfa Romeo Giulietta Spider wurde gestartet. Es begann mit einem Wettbewerb zwischen den beiden der Marke verbundenen Designbüros Bertone und Pininfarina. Bertone präsentierte einen extremen Entwurf, eine Weiterentwicklung des von Franco Scaglione gezeichneten Alfa Romeo 2000 Sportiva mit flach auslaufender Front, aerodynamisch verkleideten Scheinwerfern und Heckflossen. Ganz anders der Entwurf von Pininfarina-Designer Franco Martinengo, der auf Eleganz und klassische Linien setzte. „Die schöne junge Dame“, wie Pininfarina den Vorschlag beschrieb. Vielseitig, jugendlich, schnell und schön. Das italienische Kino schloss den Alfa Romeo Giulietta Spider ins Herz. Starregisseur Federico Fellini gab ihm eine Rolle in „La Dolce Vita“ (Das süße Leben, 1960), Kollege Michelangelo Antonioni wählte den Roadster als Alain Delons Auto in „L’Eclisse“ (Liebe 1962, 1962). So wurde der Alfa Romeo Giulietta Spider zum Statussymbol – von berühmten Persönlichkeiten geliebt, von allen begehrt.

 

Made in Italy

Für die Premiere in den USA wurde eine Luxuskreuzfahrt über den Atlantik organisiert. Als Gäste waren rund 1.300 Prominente aus Showbusiness, Sport und Mode an Bord. Zu den Passagieren des Turbinendampfers „Raffaello“ zählten die Schauspieler Vittorio Gassman und Rossella Falk sowie die Opernsängerin Anna Moffo. Während der gesamten Kreuzfahrt waren drei Exemplare des neuen Alfa Romeo Spider auf dem Schiff prominent ausgestellt: ein grüner, ein weißer und ein roter. Damit zitierte Alfa Romeo die italienischen Nationalfarben, betonte die Herkunft des neuen Roadsters und nahm die spätere Werbeoffensive zu Produkten „Made in Italy“ um mehr als ein Jahrzehnt vorweg.

 

„Duetto“ oder „Osso di Sepia“?

Einen Namen für das neue Roadster Modell zu finden, war eine Geschichte für sich: Dazu hatte Alfa Romeo noch vor der Präsentation in Zusammenarbeit mit allen europäischen Händlern ein Preisausschreiben organisiert. Die Fans entschieden sich mehrheitlich für den Namen „Duetto“. Doch diese Lösung scheiterte an rechtlichen Problemen aufgrund eines gleichnamigen Schokoladenkekses. Und so blieb es bei der offiziellen Modellbezeichnung Alfa Romeo Spider 1600. Inoffiziell blieb der Name „Duetto“ allerdings erhalten und brannte sich im Gedächtnis der Fans fest. Anfangs wurde die erste Generation des Spider, das letzte Werk von Meisterdesigner Battista „Pinin“ Farina, aufgrund ihrer ellipsoiden Form mit abgerundeter Front- und Heckpartie, konvexen Flanken und sehr niedriger Gürtellinie in Italien „Osso di Sepia“ genannt, tatsächlich die Bezeichnung für die aus Kalk geformte Rückenplatte des Tintenfischs. Zwischen 1966 und 1993 verkaufte Alfa Romeo vier Generationen des Spider mit einer Gesamtstückzahl von mehr als 124.000 – länger wurde kein anderes Modell von Alfa Romeo gebaut.